|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Kinderwunsch Bearbeitet und recherchiert von Frau Dr. C. Lienert und Frau Dr. M. Spycher
MS und Kinder, ein Thema das viele Fragen aufwirft!
Für
MS-Betroffene in einer Partnerschaft wird sich irgendwann immer die Frage des Kinderwunsches stellen. Durch die heute herrschende Informationsflut sind viele bereits mit dem Begriff der Disposition
(Veranlagung) zu bestimmten Krankheiten vertraut. Sie werden die Sorge ob ihre zukünftigen Kinder auch von MS betroffen sein könnten gegenüber ihrem Arzt äussern:
Ist MS vererbbar? Studien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Ländern Breitengraden zeigten, dass es eine genetische Veranlagung zur Reaktionsweise des
Abwehrsystems bei MS-Betroffenen gibt. Auch durch Studien an Zwillingspaaren mit MS kennt man diesen genetischen Faktor. Etwa 15% - 20% der MS-Patienten haben einen ebenfalls betroffenen Verwandten.
Während in der Gesamtbevölkerung unserer Breitengrade das Erkrankungsrisiko bei 1 pro 1000 liegt, ist es bei Geschwistern 2 pro 100. Entsprechend haben zwei-eiige Zwillinge auch nur ein Erkrankungsrisiko
von 2% - 3 %. Bei ein-eiigen Zwillingen jedoch - die ja sonst genetisch identisch sind - entwickelt nur ca. 1 Drittel der Zwillingsgeschwister ebenfalls eine MS. Dies deutet auf Umweltfaktoren in der
Krankheitsentstehung hin.
MS wird also nicht direkt wie
ein Merkmal vererbt, z.B. wie die Augenfarbe, sondern nur eine bestimmte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems auf äussere Faktoren. Nur unter dem Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren wird sich die
Erkrankung entwickeln. Eine Vielzahl von Studien bei Einwanderern mit hohem und geringem Risiko für MS in Gebieten mit hohem und geringem Vorkommen von MS, sowie auch Studien über Eheleute mit MS belegen
dies.
Gewebsverträglichkeits-Tests geben ebenfalls Hinweise auf den genetischen Faktor: gewisse Gene auf dem Chromosom 6 kommen bei MS-Erkrankten häufiger vor. Die Bedeutung der einzelnen Gene bei
der Entstehung von MS wird zur Zeit noch erforscht.
Die Häufigkeit von Missbildungen ist bei Kindern von MS-betroffenen Müttern nicht erhöht gegenüber denen bei Kindern sonst gesunder Mütter. Das
Risiko, dass auch das Kind an MS erkrankt oder eine Missbildung hat, ist also gering und sollte die Familienplanung nicht wesentlich beeinflussen.
Ist bei MS die Empfänglichkeit verändert? Die
Fruchtbarkeit wird durch MS nicht gestört. Daher sind Schwangerschaft bei MS-betroffenen Frauen im Durchschnitt gleich häufig wie bei gesunden Frauen gleichen Alters.
Verschlechtert eine Schwangerschaft den MS-Verlauf? Der Gesamtverlauf der MS wird durch eine oder mehrere Schwangerschaften nicht ungünstiger als bei Betroffenen ohne Geburten.
Eine
Gesamtübersicht der Studien zu Schwangerschaft und MS lässt jedoch regelmässig einen Einfluss auf den Verlauf während und nach der Schwangerschaft erkennen: statistisch berechnet kommen in der
Schwangerschaft weniger Schübe vor, vor allem im letzten Drittel. Dieses Phänomen macht wieder den Zusammenhang mit dem Immunsystem deutlich: während der Schwangerschaft sind zahlreiche, die Abwehr
unterdrückende Mechanismen im Gange. Im Kindbett und den Monaten danach kommt es jedoch bei 20% - 40% der Betroffenen zu Schüben. Dies verschlechtert aber nicht den Gesamtkrankheitsverlauf.
Wie steht es mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille? Die Einnahme empfängnisverhütender Hormon-Präparate hat keinen ungünstigen Einfluss auf den Verlauf der MS. Besteht jedoch ausdrücklich kein
Kinderwunsch und die Patientin steht ausserdem unter einer immunsuppressiven Medikamenten-Therapie, sollte dafür gesorgt sein, das keine ungewollte Schwangerschaft eintritt. Dies gilt auch bei schon
belasteter Familiensituation und instabiler MS mit häufigen Schüben.
Die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch sollte nur nach sorgfältiger Beurteilung des einzelnen Falles getroffen
werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Schwangerschaft? Besteht bei einem Paar grundsätzlich ein Kinderwunsch und befindet sich die junge MS-Betroffene in einer stabilen Krankheitsphase, wird ihr der Rat
gegeben, sich den Kinderwunsch zu erfüllen und die berufliche Planung zu verschieben. Mit höherem Alter steigt allgemein das Risiko, ein geschädigtes Kind zu gebären, die MS beeinflusst dieses Risiko
nicht. Wichtig ist vor allem, sich die Verantwortung für die Pflege und Erziehung des Kindes bewusst zu machen. So sollten die Umgebungsbedingungen genauso sorgfältig abgewogen werden wie die momentane
Krankheitsphase. Die Partner sollten sich bei ihrem behandelnden Neurologen, Gynäkologen und anderen betreuenden Fachpersonen in diesen Fragen ausführlich beraten lassen.
Was sollten die zukünftigen Eltern zu Schwangerschaft und Interferon-Behandlung wissen? Oft machen sich MS-betroffene Frauen die Frage des Kinderwunsches erst kurz vor Beginn einer Interferon-Behandlung klar. Wollen sie diesen Wunsch im
nächsten Jahr verwirklichen, sollte die Behandlung noch nicht begonnen werden. Ist die Therapie jedoch bereits begonnen und es tritt doch eine Schwangerschaft ein - ob gewollt oder nicht - muss die
Therapie sofort abgesetzt werden. Die breite Anwendungsbeobachtung aus den USA zeigt keinen Hinweis auf eine erhöhte Missbildungsrate bei Kindern aus Schwangerschaften, die trotz Interferon-Behandlung
eintraten. Es kommt jedoch häufiger als sonst zu Aborten und Fehlgeburten. Bei einer geplanten Schwangerschaft sollten Interferonbehandelte Frauen die Behandlung vor dem Zeitpunkt beenden, an dem sie
beabsichtigen, ein Kind zu zeugen.
Der Wiederbeginn der Behandlung wird so bald als möglich nach der Geburt empfohlen. Bei einer hohen Schubanzahl vor Beginn der Behandlung sollte überlegt werden
ob es nicht besser ist, auf eine längere Stillperiode zu verzichten, zu Gunsten der Therapie.
Frau Dr. M. SpycherI,Interferonberatung, Zürich
Quellen: H. Bauer & D. Seidel, MS-Ratgeber, 5. Auflage, Gustav-Fischer Verlag J. Lechner-Scott, Ist Multiple Sklerose vererbbar, Fortissimo (SMSG), 2/97 Dieser Artikel erschien in der
Zeitschrift Aktuell 3/98 (Herausgeber: Interferonberatung, Postfach 766, 8010 Zürich)
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
 |
|
Familienplanung –
bei der Multiplen Sklerose ein besonderes Thema? Kinder sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensplanung. Glücklicherweise gilt für Männer wie für Frauen: Allein die
Tatsache, an einer MS erkrankt zu sein, bedeutet kein Hindernis für die Erfüllung des Kinderwunsches. Bei MS-Patientinnen und gesunden Frauen verlaufen Schwangerschaft und Geburt im Grunde gleich. Das
Risiko oder die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder Betroffener auch an Multipler Sklerose erkranken, ist relativ gering.
Dennoch sollte eine Schwangerschaft sorgfältig überlegt und langfristig
geplant werden. Denn es kann immer sein, dass die Krankheit in einen ungünstigen Verlauf mündet und sich Beschwerden wie starke Erschöpfungszustände oder schwerwiegendere Behinderungen manifestieren. Ein
Kind kann neben aller Freude auch eine Belastung darstellen. Daher ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass bestimmte Grundbedingungen erfüllt sind. Dazu gehört auch eine stabile Partner-Beziehung. Mehr
Ruhe für sich selbst wird die Gewissheit bringen, dass der eigene Nachwuchs auch im Falle der schweren Erkrankung gut versorgt wird. Des weiteren ist ein stabiles soziales Umfeld wichtig. Also Eltern,
Geschwister oder enge Freunde, auf die man sich verlassen kann. Das gilt insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter.
Und nicht vergessen werden darf die Tatsache, dass ein unerfüllter
Kinderwunsch auch zu einer starken psychischen Belastung in einer Partnerschaft und für einen selbst werden kann.
Die Schwangerschaft Auch in Hinblick auf den Beginn
einer Schwangerschaft empfiehlt sich eine sorgfältige Planung. Um das ungeborene Kind nicht der Gefahr etwaiger Missbildungen auszusetzen, müssen bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva oder
-modulatoren frühzeitig abgesetzt werden – und zwar mindestens sechs Monate vor der Befruchtung. Auch darf während einer Schwangerschaft keine Behandlung mit Interferonen begonnen werden. Kommt es doch
zu einem Schub, so wird dieser wie sonst auch mit Glukokortikoiden behandelt, wobei die Anwendung in den ersten drei Monaten streng vermieden und später möglichst niedrig dosiert durchgeführt werden
sollte. Wenn es jedoch dennoch “passiert”, Frauen also während einer medikamentösen Behandlung schwanger werden, so muss dies nicht die Unterbrechung der Schwangerschaft bedeuten. Das
Missbildungs-Risiko für das Kind ist zum einen nicht sehr hoch und kann zum anderen durch Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchungen abgeklärt werden. Um in diesem Punkt kein Risiko einzugehen,
sollten MS-kranke Frauen jedoch eine Schwangerschaft ganz besonders gründlich planen und es nicht zu “Unfällen” kommen lassen. Die Einnahme der Antibabypille ist grundsätzlich erlaubt. Bislang wurde kein
negativer Einfluss auf den Verlauf der MS beobachtet. Allerdings können manche Medikamente, die zur Behandlung der MS und ihrer Symptome angewendet werden, die Zuverlässigkeit der Pille in Hinblick auf
die Sicherheit der Empfängnisverhütung mindern. Generell sollte man eine Schwangerschaft dann in Betracht ziehen, wenn der Gesundheitszustand stabil ist, möglichst auch nicht im Anschluss eines erst
kürzlich durchgemachten Schubes. Während einer Schwangerschaft geht es den meisten Patientinnen körperlich gut. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die MS während der neun Monate sogar eine
geringere Krankheitsaktivität zeigt. Schübe in dieser Zeit sind sehr selten. Allerdings ist das Schub-Risiko in den ersten sechs bis zwölf Monaten nach der Geburt leicht erhöht. Der spätere Verlauf wird
dadurch nicht negativ verändert. Und: Stillen hat einen eher positiven Einfluss.
Männer, MS und Kinderwunsch
Eine im Verlauf der Multiplen Sklerose auftretende Zeugungsunfähigkeit kann möglich sein
und muss daher in die zukunftsplanenden Überlegungen miteinbezogen werden. Wie bei den Frauen kann eine mögliche Verschlechterung des Krankheitsverlaufs zu Schwierigkeiten im Beruf und damit der
Absicherung der (finanziellen) Versorgung führen. Quelle: http://www.ms-life.de/mslife/cda/page/center/1,3409,29-8808,00.html
|
|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Familienplanung
Kinderwunsch und Multiple Sklerose vertragen sich gut miteinander. Schwangerschaft und Geburt verlaufen bei
MS-kranken und gesunden Frauen gleich.
Schübe in der Schwangerschaft sind selten und MS-kranke Frauen fühlen sich in der Schwangerschaft meistens besonders wohl. Im Wochenbett besteht allerdings
ein erhöhtes Risiko, einen Schub zu erleiden. Hier wird derzeit eine Schubprophylaxe mit Immunglobulinen erprobt, die auch während der Stillzeit möglich ist. Der weitere Verlauf der Erkrankung wird nicht
durch die Schwangerschaft und den Schub im Wochenbett ungünstig beeinflusst. Das Stillen beeinflusst den Verlauf der Erkrankung nach der Geburt günstig.
Wichtig ist, dass nach der Geburt
ausreichende Unterstützung durch die Familie gewährleistet ist, wenn ein Schub auftreten sollte und die Belastbarkeit der MS-kranken Mutter vermindert ist.
Derzeit wird diskutiert, inwieweit die
Gabe von Immunglobulinen im Wochenbett das Risiko, einen Schub zu erleiden, vermindert. Eine Schubprophylaxe mit Immunglobulinen lässt sich sehr gut mit dem Stillen vereinbaren. Der günstigste Moment,
eine Schwangerschaft zu planen, ist eine stabile Krankheitsphase. Der letzte Kortisonstoß sollte möglichst sechs Monate zurückliegen, und es sollte keine Langzeitbehandlung neu begonnen werden, wenn Sie
die Schwangerschaft planen.
Seitens der Hersteller wird empfohlen, unter der immunmodulierenden Therapie mit Interferon beta eine ausreichende Empfängnisverhütung zu betreiben. Dies gilt auch für
Azathioprin und ganz besonders für stärkere Zellwachstumshemmer (Zytostatika).
Sollte unter einer Therapie mit Interferon beta, Copaxone ® oder Azathioprin eine Schwangerschaft eintreten, so
gibt es bisher keine Hinweise dafür, dass eine dieser Substanzen zu einem erhöhten Missbildungsrisiko führt. Eine Schwangerschaftsunterbrechung ist deshalb aus diesem Grund nicht notwendig. Die
Langzeitbehandlung kann erst nach Beendigung der Stillzeit fortgesetzt werden. Sollten Sie sich gegen das Stillen entscheiden, können Sie die Therapie gleich nach der Geburt des Kindes wieder aufnehmen.
Auch männliche MS-Betroffene, die unter einer Langzeittherapie stehen, sollten auf eine Empfängnisverhütung achten. Es gibt allerdings auch hier keine Hinweise, dass unter einer der oben
genannten Therapien ein erhöhtes Missbildungsrisiko für das Kind besteht.
Kinder von MS-Patienten haben ein nur sehr gering erhöhtes Risiko, selbst an MS zu erkranken. Wie für jedes zukünftige
Elternpaar, ist es wichtig zu prüfen, ob das soziale Umfeld ausreichend stabil ist, um auch die Belastung einer Elternschaft und einer möglichen Aktivität Ihrer Erkrankung standzuhalten. Wenn Sie sich
auf die Hilfe von Ihrem Partner, Ihren Eltern, Geschwistern und Freunden verlassen können, ist dies eine günstige Voraussetzung.
Insbesondere darf kein Zweifel daran bestehen, dass das Kind der
Wunsch beider Partner ist. Die Partnerschaft sollte auf einem festen Fundament beruhen. Beide Partner sollten sich offen und ehrlich die Frage stellen, ob ihre Situation und ihr Umfeld geeignet sind, ein
oder mehrere Kinder großzuziehen. Beziehen Sie auch einen eventuell ungünstigen Krankheitsverlauf in Ihre Entscheidung mit ein. Für alleinerziehende MS-kranke Mütter und Väter kann die Belastung sehr
groß werden. Sie sind im besonderen Maße auf die Hilfe von Eltern, Geschwistern und Freunden angewiesen.
Quelle: http://www.biogen.de/ms/leben_ms/familie.htm
|
|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
Multiple Sklerose und Schwangerschaft
An Multipler Sklerose erkranken Menschen meistens im jungen Erwachsenenalter, also in den Lebensjahren, in denen auch die Familiengründung
stattfindet. Häufig stellt sich daher die Frage, ob MS-Betroffene Kinder bekommen können und welche Risiken sich für Eltern und Kind ergeben können.
MS ist nicht vererblich. Allerdings haben nahe
Verwandte eines MS-Betroffenen ein etwas höheres Risiko, an MS zu erkranken als jemand, in dessen Verwandtschaft keine MS vorkommt. Dieses Risiko ist insgesamt sehr gering. Ein deutlich erhöhtes Risiko
ist allerdings dann gegeben, wenn in den Familien beider Partner bereits MS-Erkrankungen vorgekommen sind. Vor einer geplanten Schwangerschaft sollten rechtzeitig, d.h. mindestens 6 Monate vorher,
immunmodulierende oder immunsupprimierende Medikamente wie Interferone, Glatirameracetat, Azathioprin, Mitoxantron etc. abgesetzt werden, da ein fruchtschädigender Effekt dieser Medikamente nicht sicher
auszuschließen ist. Tritt eine Schwangerschaft unter einer laufenden Immuntherapie ein, muß diese Therapie sofort beendet werden.
Während einer Schwangerschaft nimmt das Risiko, einen
Krankheitsschub zu erleiden, mit der Dauer der Schwangerschaft ab und ist im letzten Drittel am geringsten. Vermutlich spielen hierbei die veränderten Hormonspiegel während der Schwangerschaft,
insbesondere auch der erhöhte Cortisolspiegel, eine Rolle. Außerdem kommt es zu Veränderungen im Immunsystem, die eine geringere Krankheitsaktivität bewirken. Vor allem in der Frühschwangerschaft sollte
auf einen Cortisonstoß verzichtet werden, während dies in fortgeschrittenen Stadien nicht mehr so kritisch zu sehen ist. Trotzdem sollte –wenn irgend möglich- ein MS-Schub während einer Schwangerschaft
ohne Medikamente behandelt werden und je nach Schubsymptomen z.B. intensiven physiotherapeutischen und/oder ergotherapeutischen Maßnahmen der Vorzug gegeben werden.
MS-Betroffene können auf
normalem Wege entbinden. Wenn es aus geburtshilflicher Sicht notwendig ist, kann auch mittels Kaiserschnitt entbunden werden. Gründe für die Bevorzugung einer Kaiserschnittentbindung können neben
geburtshilflichen Aspekten eine Spastik, Schwäche in den Beinen oder ausgeprägte vorzeitige Erschöpfung (Fatigue) sein. Eine Peri- oder Epiduralanästhesie können durchgeführt werden. Bei einer
Spinalanästhesie werden vereinzelt Probleme beschrieben, so daß diese Art der Anästhesie bei MS-Betroffenen nicht angewendet werden sollte.
Während in der Schwangerschaft das Schubrisiko abnimmt,
steigt es in den ersten 6 Monaten nach Entbindung an. Nach Untersuchungen an kleineren Patientenzahlen scheinen monatliche Immunglobulininfusionen im ersten halben Jahr nach der Entbindung dieses
Schubrisiko zu reduzieren. Aktuell wird dies im Rahmen einer größeren klinischen Studie untersucht und kann derzeit noch nicht als Standardtherapie empfohlen werden.
Stillen ist für den Säugling
optimal. Auch MS-betroffene Mütter sollten, wenn möglich, ihr Kind stillen. In der Stillzeit muß ebenso wie in der Schwangerschaft weitest möglich auf Medikamente verzichtet werden, insbesondere auch auf
Immunmodulatoren/Immunsuppressiva. Einzig Immunglobuline gelten in dieser Periode als weitgehend unbedenklich. Während niedrig dosierte Cortisontherapien, wie sie z.B. zur Behandlung des Asthmas
eingesetzt werden, in der Stillzeit angewendet werden können, muß vor einer Cortisonstoßbehandlung wegen eines MS-Schubes das Stillen ausgesetzt werden (Abpumpen und Verwerfen der Muttermilch bis nach
Abschluß der Cortisontherapie) oder vorher abgestillt werden.
Auf lange Sicht wird der Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose durch eine oder mehrere Schwangerschaften nicht beeinflußt. Auch
als MS-Betroffene/Betroffener braucht man nicht auf eigene Kinder zu verzichten. Die Entscheidung für ein eigenes Kind sollte immer auch von der Verantwortung für das Kind geprägt sein. Wichtig ist ein
gesichertes und unterstützendes familiäres und soziales Umfeld, das bei vorübergehenden oder dauerhaften Verschlechterungen MS-betroffene Eltern unterstützt. In den Monaten nach der Entbindung sollte
ausreichende Unterstützung und Hilfe für die junge MS-betroffene Mutter vorhanden sein.
Quelle: Dr. med. Michaela Starck,
Marianne-Strauß-Klinik, http://www.ms-klinik.de/500_forschung/503.html
|
|
|
 |
 |
|
Schwangerschaft bei Multiple Sklerose: Ja, warum nicht!?
Früher rieten Ärzte MS-Kranken häufig aus medizinische
Gründen von einer Schwangerschaft ab. Heute sieht die Beratung etwas differenzierter aus: Es ist allgemein anerkannt, daß Schwangere weniger Schübe haben. Erst nach der Geurt verschlechtert sich der
Zustand häufig. Es kommt zu mehr Schüben. Man sollte deshalb nicht von einer Schwangerschaft abraten, wenn Frauen ein Kind wollen. Allerdings sollte der aktuelle Behinderungsgrad mit einbezogen werden.
Auch der Partner muß angesprochen werden. Leider erleben wir es häufig, daß Beziehungen auseinandergehen, wenn die MS schlimmer wird. Dann sind nicht nur die Frauen, sondern auch die Kinder schlecht
versorgt.
Um den häufigen Schüben im Wochenbett vorzubeugen, kann man sofort nach der Geburt mit einer Betainterferon-Therapie beginnen. Dabei muß die Mutter allerdings aufs Stillen verzichten.
Außerdem wurden erste gute Erfahrungen mit intravenösen Immunglobulin nach der Schwangerschaft gemacht. Wir empfehlen, eine Schwangerschaft vor einer Therapie mit neuen Medikamenten vom Typ des
Betaferons zu planen oder, wenn die Krankheit sehr aktiv verläuft, zunächst abzuwarten, bis es unter Behandlung besser wird. Die Familienplanung muß ins Behandlungskonzept eingearbeitet werden.
Erfreulicherweise ist MS nicht von einer Mutter auf ihre Kinder übertragbar. Das Risiko, daß die Kinder ebenfalls an MS erkranken, ist allerdings wegen genetischer Einflüße etwas höher als sonst.
Dr. Ralf Gold, Oberarzt an der neurologischen Uni-Klinik Würzburg Quelle: http://home.t-online.de/home/Jeany65/finale15.htm
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
|
|
Kinderwunsch und Multiple Sklerose.
Wir haben bereits erfahren, dass das Risiko bei Familienmitgliedern eines
MS-Patienten etwas höher ist, von dieser Krankheit ebenfalls befallen zu werden. Daher besteht bei einer Frau mit MS ein etwas höheres Risiko, dass ihr Kind ebenfalls – allerdings zu einem späteren
Zeitpunkt - an MS erkrankt, als bei einer Frau ohne MS. Die meisten Menschen sind der Meinung, dass das Risiko so gering ist, dass keine Veranlassung besteht, auf die Verwirklichung des Kinderwunsches zu
verzichten. In der zweiten Frage geht es um die Auswirkung der Schwangerschaft auf die MS. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die MS während einer Schwangerschaft weniger aktiv ist. Es kommt zu
deutlich weniger Schüben. Doch in den ersten drei Monaten nach der Schwangerschaft kann sich die Schubrate erhöhen und somit den während der Schwangerschaft gewonnenen Vorteil wieder zunichte machen.
Aber diese Tatsachen allein stellen bei MS keinen Grund gegen eine Schwangerschaft dar. Eine völlig andere Frage, über die Sie sich (zusammen mit Ihrem Partner) Gedanken machen sollten, ist die Betreuung
des Kindes unter den durch die Krankheit diktierten, erschwerten Bedingungen; dies können beispielsweise Phasen sein, in denen Sie sich aufgrund Ihrer Multiplen Sklerose nicht so wohl oder einfach nur
müde fühlen oder falls die Krankheit in Zukunft schneller fortschreitet. Diese Frage ist viel schwieriger zu beantworten und hängt grösstenteils von Ihren persönlichen Lebensumständen, Ihrer
Persönlichkeit und Erfahrung ab. Doch für die meisten Menschen ist MS kein Grund für den Verzicht auf Verwirklichung des Kinderwunsches, und wenn die Menschen in Ihrem unmittelbaren Umfeld (Partner,
Familie) bereit sind sich miteinzubringen, spricht nichts gegen ein ganz normales Familienleben. Quelle: http://www.biogen.ch/MS/10.htm
|
|
|
 |
|
|
|
 |
 |
|
Verlauf der Multiplen Sklerose
während Schwangerschaft und Wochenbett
in: Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 41 (09.10.1998), Seite A-2554
Der
Effekt von Schwangerschaft und Wochenbett auf den Verlauf der Multiplen Sklerose bei jungen Frauen ist noch weitgehend ungeklärt. Anhand der Verlaufsbeobachtung von 254
Multiple-Sklerose-Patientinnen aus zwölf Europäischen Ländern während insgesamt 269
Schwangerschaften versuchte eine Gruppe französischer Wissenschaftler, die Rückfallraten während dieser Zeit zu ermitteln. Da es schwierig erschien, eine Kohorte von schwangeren Multiple-Sklerose-Patientinnen mit jungen Frauen zu vergleichen, welche an der gleichen Krankheit litten, aber nicht schwanger werden durften, wurden die Frauen als ihre eigenen Kontrollpersonen verwendet, indem ihre Krankheitswerte während des ersten bis dritten Trimenons ermittelt und mit den Rückfallraten während des Jahres vor der Schwangerschaft verglichen wurden. Dabei zeigte sich, daß die Zahl der Rückfälle sich während der Schwangerschaft, insbesondere im dritten Trimenon, verringerte. Allerdings traten innerhalb der ersten drei Monate post partum vermehrt Schübe auf; danach pendelte sich deren Zahl meist wieder auf ähnlicher Höhe wie vor der Schwangerschaft ein. Stillen und Epiduralanästhesien zeigten keinen Effekt auf den Verlauf der Multiplen Sklerose. Aus immunologischer Sicht, folgerten die Autoren, scheint eine normal verlaufende Schwangerschaft zu einer Aktivitätsverschiebung vom zellulären zum humoralen Anteil des Immunsystems zu führen. Die von der fetoplazentaren Einheit sezernierten Zytokine wie Interleukin-10 hemmen die Produktion anderer Zytokine, welche die zelluläre Immunität der Mutter aktivieren - dies könnte die Toleranz des Fetus durch das mütterliche Immunsystem erklären. Im Gegensatz dazu könnte die Geburt zu einer Umkehr der Immunlage, in manchen Aspekten möglicherweise vergleichbar mit einer Transplantatabstoßung, führen. Dieses Konzept könnte erklären, warum es während Schwangerschaften oft zu Spontanremissionen, in der Wochenbettperiode dagegen zu erneutem Wiederaufflammen von T-Zell-modulierten Autoimmunerkrankungen, wie Multipler Sklerose oder chronischer Polyarthritis, kommen kann. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte nach Ansicht der Autoren zu neuen und effektiveren Behandlungsmethoden führen.
silk
|
|
|
|